Franzi

 

Pferde hatten mich schon als kleines Mädchen fasziniert. Mir war immer klar, dass ich eines Tages ein eigenes Pferd haben möchte. Als Kind und später als Teenager fehlten meinen Eltern die finanziellen Mittel mir meinen größten Traum zu erfüllen. Aber ich durfte regelmäßig Reitunterricht nehmen.

Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Krankenschwester habe ich beschlossen mir eine Reitbeteiligung zu suchen

 

Durch eine Freundin bin ich dann total zufällig an FRANZI gekommen. Eine damals 15jährige Haflingerstute. Es war Liebe auf den ersten Blick. Beim ersten „Probeausritt“ erzählte mir ihre Besitzerin das FRANZI ein Charakterpferd ist. Zwar ohne jegliche Unarten aber mit ordentlich Pfeffer im Hintern.

 

Ab diesem Tag waren FRANZI und ich quasi unzertrennlich. Wir verbrachten fast jeden Tag mehrere Stunden zusammen. Egal ob im Gelände oder auf dem Reitplatz. Nach einem halben Jahr war ich dann stolze Besitzerin meines ersten eigenen Pferdes.

 

Mit jedem Ritt wuchs mein Ehrgeiz mein reiterliches Können weiter auszubauen und FRANZI weiter auszubilden.

 

Ich nahm Unterricht bei verschiedenen Trainern die alle nach den FN Methoden unterrichteten. Allerdings stellte sich kaum ein Erfolg ein. Und irgendwie hatte ich bei jeder Unterrichtseinheit ein flaues Gefühl im Magen. Vor allem wenn es darum ging sogenannte „Hilfsmittel“ wie Gerte, Sporen oder diverse Hilfszügel einzusetzen.

 

Ich sah keine Fortschritte weder bei FRANZI noch bei mir. Nur der Frust wurde immer größer – und zwar auf beiden Seiten. Genauso wurde das Vertrauen von Seiten meines Pferdes zu mir immer weniger. Man könnte sagen: unserer Freundschaft litt und drohte kaputt zu gehen!

 

Also beschloss ich das Ganze zu hinterfragen und begann zu recherchieren!

 

Leider wurde meine geliebte FRANZI in dieser Zeit krank. Alles begann mit einem leichten Husten. Obwohl ein Tierarzt sofort die Behandlung übernahm wurde daraus eine chronische Lungenkrankheit. Aus diesem Grund konnte mein Hafi nur noch sporadisch und schonend geritten werden. Aber das Reiten stand bei mir sowieso nicht im Vordergrund.

 

Immer dann wenn FRANZI einen Schub ihrer Krankheit hatte holte ich mir Hilfe bei einer Heilpraktikerin. Denn inzwischen war über ein halbes Jahr vergangen und ich hatte wie verrückt recherchiert wie ich Franzis Gesundheitszustand zumindest erhalten konnte. Denn eine Heilung war nicht mehr möglich.

 

In diesem Zuge habe ich die ersten Erfahrungen mit der Naturheilkunde sammeln können und ich wusste sofort dass ich mein Wissen dahingehend sicher noch vertiefen werde.

 

Meine Franzi und ich hatten noch ein paar sehr schöne gemeinsame Monate bevor der Tag kam vor dem alle Pferdebesitzer Angst haben.

Ich kam an diesem Tag in den Stall und merkte sofort dass es ihr sehr schlecht ging. Sie bekam kaum Luft, hatte keinen Appetit mehr. Man sah ihr die Schmerzen deutlich an. Also wusste ich heute ist der Tag an dem ich meine FRANZI von ihren Qualen erlösen und sie gehen lassen muss.